Familienbett

Vor dem kompletten Selbstbau eines Bettes hatte ich lange Respekt, schließlich soll das Ganze einigermaßen schön sein und auch mal tobende Kinder aushalten.

Deswegen war zu Beginn unser Familienbett eine Kombination von zwei 1,40 Meter breiten Brimnes Betten von Ikea.
Damit die nicht auseinanderrutschen wurden die aneinanderliegenden Seitenteile mit einer handvoll Schrankverbindern (das ist eine Schraube und eine Hülse) verschraubt. Das hat gut funktioniert hatte jedoch das Problem das die Besucherritze relativ groß und unbequem war. Das Ausstopfen mit Decken o.ä. hat den WAF auf Dauer nicht erhöht und es musste doch was anständiges her.

Nach viel Lesen von Anleitungen und Berichten jener die schon ein Bett gebaut haben war klar das keiner ein Patentrezept hat und jeder so gut macht wie er meint 🙂

Also ab in den Baumarkt und die Auswahl an Balken studieren. Am passendsten erschienen uns die 54 x 54mm Balken in den Längen 2,5 bzw. 3 Meter.

Einiges sparen kann man an den Winkeln, diese habe bei Amazon bestellt. Die Auswahl steht dem Baumarkt in nichts nach, jedoch ist der Preis erheblich günstiger!
Ausgesucht habe ich die 70 x 70 x 55mm Schwerlastwinkel (die mit der Sicke) im 50er Paket für knapp 10€. Schwerlastwinkel müssen es vermutlich nicht sein aber die kosten unerheblich mehr und sicher ist sicher. Die Holzbalken sind ein bischen schmäler als die Winkel sodass diese etwas vorstehen, das stört aber nicht weiter.

Wie die Bett-Konstruktion dann am Ende aussieht hängt von den Lattenrosten ab die eingesetzt werden. Die meisten sind zwei Längsbalken mit zwei oder drei Querstreben und den Federbrettern drüber.

Viele bauen ihre Betten ohne Lattenrost und legen die Matratzen direkt auf Querbretter. Wir hatten die Roste da und ich bilde mir einen höheren Liegekomfort ein wenn unter der Matratze noch was federt.

Unser Familienbett ist in zwei Schritten entstanden. Zuerst wurden die Brimnes Betten ersetzt und seitlich noch das Beistellbett angeflanscht. Im zweiten Schritt fiel dann das Beistellbett auch weg und nun geht das Familienbett über die komplette Zimmerbreite und hat 3,80  x 2 Meter Liegefläche.

Da ein Rechteck sich zu einem Trapez verbiegen lässt sind in den Zwischenräumen noch schräg angeordnete Balken die das verhindern.

Aus den Resten der Balken sind dann noch die 20cm hohen Füße enstanden die auch wieder mit Winklen an die Balken geschraubt wurden. Unten an die Füße kam noch etwas Filz, zum Einen das der Boden nicht leidet wenn das Bett sich mal verschiebt und zum Zweiten als Lärmschutz falls mal ein Fuß hochsteht und dann bei Belastung auf den Boden drückt.

Für das Gesamtbild Familienbett muss auch eine Front an das Bett. Hierfür wurde eine Birken Leimholzplatte mit 18mm Stärke über die gesamte Länge zersägt sodass zwei 25cm breite Streifen übrig blieben. Da Schraubenköpfe meistens optisch nicht so ansprechend sind ist die Front unsichtbar auf der Rückseite mit längeren Winkel an der Unterkonstruktion verschraubt.

Als optischer Abschluss und wegen der Notwendigkeit den Wecker irgendwo hinzustellen musste noch ein Kopfteil mit Ablageflächen her. Bei Ikea in der Fundgrube gab es zufällig das Kopfteil der MANDAL Serie im Ausverkauf. Zwei Stück, etwas gekürzt, sind jetzt das Kopfteil und auf den Einsteckbrettern ist genug Platz.

Gedauert hat die Umgestaltung des Bettes mit Abbau des alten und Aufbau des neuen einen Tag und nochmal einen halben für das Kopfteil.

 

Materialliste:

  • 4 Stück Fichtenbalken 54 x 54mm,  3 Meter lang, 48€
  • 7 Stück Fichtenbalken 54 x 54mm, 2,5 Meter lang, 70€
  • große Packung (400 Stück) Torx-Schrauben 4,5 x 45mm lang, 20€
  • 50 Stück (braucht man nicht alle) Schwerlastwinkel 70 x 70 x 50mm, 10€
  • Leimholzplatte Birke 2200 x 500 x 18mm, 33€
  • Gesamt ca. 180€

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